4 Die ontologischen Grenzen der KI
Kapitel 2 und 3 haben bestimmt, was Begegnung ausmacht: einen Leib, der mitschwingt, eine Kontaktgrenze, an der zwei getrennte Wesen einander berühren, und einen Augenblick im Hier und Jetzt, den niemand herbeiführen kann. An diesem Maßstab ist nun die Künstliche Intelligenz zu prüfen. Die Prüfung führt zu einem ontologischen Bruch, der sich in zwei Schritten zeigt: Ohne biologischen Leib gibt es keine Zwischenleiblichkeit und keine Selbstresonanz (4.1). Ohne eigene Kontaktgrenze gibt es keine Begegnung, sondern nur widerstandslose Anpassung (4.2).
4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
Der Leib (embodied und emotive) wurde in Kapitel 3.1 als zentrales diagnostisches und therapeutisches Instrument etabliert. Eine KI hat dieses Instrument nicht: So …
4.2 Die fehlende Kontaktgrenze: Simulation statt Begegnung
Der KI fehlt nicht nur der Leib, sondern auch der Ort, an dem Begegnung geschieht. Die Gestalttherapie hat dafür einen Begriff: die Kontaktgrenze und für ihren Verlust …