1.4 Forschungsfragen
Zur theoretischen Untersuchung des Spannungsfelds zwischen technologischer Simulation und menschlicher Begegnung strukturiert sich diese Arbeit entlang von drei Forschungsfragen.
Den Ausgangspunkt bildet die Frage: (1) Welche Möglichkeiten und Grenzen hat künstliche Intelligenz im psychotherapeutischen Prozess? Der Fokus liegt hierbei auf der Differenzierung zwischen Maschinen als funktionalen Werkzeugen und ihrer fehlenden Kapazität für authentische Beziehungsarbeit.
Darauf aufbauend wird untersucht: (2) Warum bleibt therapeutische Resonanz, wie sie die Gestalttherapie durch Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dialogisches Zwischen kultiviert, unverfügbar und damit unersetzbar? Im Zentrum steht dabei die phänomenologische Begründung, weshalb wahre Empathie leibliche Präsenz erfordert und maschinell nicht simulierbar ist.
Abschließend widmet sich die Arbeit der Frage: (3) Was macht Gestalttherapie im Zeitalter künstlicher Intelligenz besonders wertvoll? Dabei soll die Gestalttherapie als ein humanistisches Gegengewicht zur möglichen Entleiblichung der Psychotherapie dargestellt werden.