Konzept
Leib
Thomas Fuchs, dem sich das folgende Kapitel widmet, bleibt im selben Bild und gibt die Antwort: Er benennt den Leib als „Resonanzkörper für alle Gefühle” (Fuchs, 2023, S. 112).
Aus dem Text der Arbeit exzerpiert · Kap. 2.2 — 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
Verwandte Konzepte
ZwischenleiblichkeitSelbstresonanzResonanz5E-Kognitionprimäre Empathie
Fundstellen im Text
- Kap. 1.1 1.1 Persönliche Motivation
… sagen würde, das Unverfügbare einzuschwingen. Dieses Miteinander-Schwingen erfordert eine Leiblichkeit und eine Intimität, die nur zwischen lebendigen Organismen möglich ist.
- Kap. 1.1 1.1 Persönliche Motivation
Gerade weil dieses Mitschwingen an lebendige Leiber gebunden ist, beschäftigt es mich, dass Maschinen begonnen haben, es zu simulieren. Durch …
- Kap. 1.3 1.3 Zielsetzung
… nau Maschinen uns messen können oder ob Roboter zukünftig in der Lage sind, einen eigenen Leib zu simulieren. Denn wir stehen erst am Anfang einer rasanten Entwicklung: Künftige System …
- Kap. 1.4 1.4 Forschungsfragen
… d untersucht: (2) Warum bleibt therapeutische Resonanz, wie sie die Gestalttherapie durch Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dialogisches Zwischen kultiviert, unverfügbar und damit unersetzbar? …
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
(3) KI scheitert an dieser Zwischenleiblichkeit, da ihr Leib, Ich und ein mögliches Du fehlen.
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
… etracht dessen wird Gestalttherapie als eine Methode betrachtet, die diese Resonanz durch Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dialogisches Zwischen fördert. Diese These wird in den folgenden Kap …
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
… vom Fundament (Zwischenleiblichkeit, Unverfügbarkeit) über den ontologischen Bruch (kein Leib, kein Ich, kein mögliches Du) bis hin zu den klinischen Folgeerscheinungen (Konfluenz, Sy …
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
… estgelegten Beziehungsqualitäten strukturell nicht erfüllen kann: Ohne einen biologischen Leib sind weder Zwischenleiblichkeit noch Selbstresonanz möglich (4.1), und ohne eine eigene K …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
… h das folgende Kapitel widmet, bleibt im selben Bild und gibt die Antwort: Er benennt den Leib als „Resonanzkörper für alle Gefühle” (Fuchs, 2023, S. 112). Damit rückt jene Dimension i …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… findet, sie entsteht vielmehr aus dem ständigen und dynamischen Zusammenspiel von Gehirn, Leib und Umwelt. Das Gehirn ist in diesem Bild kein Repräsentationsapparat, sondern ein Bezieh …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… Welt-Sein” (Merleau-Ponty, zit. n. Bermes, 1998, S. 70–77) durch das Medium des spürenden Leibes beschrieben. In diesem Modell wirken sich persönliche Erfahrungen in der Welt selbst aus …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… Erleben ist immer zugleich verkörpert (embodied), also an den lebendigen Organismus (den Leib) gebunden. Es ist vollziehend (enactive), im Handeln entstehend in der ständigen Interakt …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… s Berührtwerden durch das Leid der Klientin, ist damit stets eine KoAffektion. Der eigene Leib fungiert in der Begegnung als sensibler Resonanzboden: Therapeut*innen erkennen die affek …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… körperloses, rein syntaktisches System steht: Da primäre Empathie auf Grund der fehlenden Leiblichkeit nicht möglich ist, bleibt es bei einer Beschreibung von außen.
- Kap. 3 3 Gestalttherapie als gelebte Beziehungsmedizin
Womit wird gearbeitet: Leib und Gefühl (Kap. 3.1) Wo findet die Begegnung statt: Feld und Kontaktgrenze (Kap. 3.2) Wi …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
Der Leib bildet dabei einen zentralen Ansatzpunkt der gestalttherapeutischen Arbeit, denn vergange …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… cht über sie zu sprechen, sondern zu spüren, wo die Angst jetzt, in diesem Augenblick, im Leib sitzt: die Enge in der Kehle, der flach gewordene Atem, die kalt gewordenen Hände. Erst d …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
Die eigene Leiblichkeit ist im therapeutischen Prozess ein wichtiges diagnostisches Instrument. Diese Selbstreson …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… als Körper-zu-Körper-Kommunikation. Ihr Modell richtet den Blick nicht nur auf zwei ganze Leiber, sondern auf einzelne Partien: zwei Lungen, die miteinander ein- und ausatmen, zwei Herze …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… sich. Diese Schwere stammt nicht aus ihrer eigenen Geschichte, sie ist die Antwort ihres Leibes auf die Klientin. Eine solche relationale Resonanz sei nicht mit Konfluenz zu verwechseln …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… insky & Rønnestad, 2005, zit. n. Buchholz, 2013, S. 50–51). Was so entsteht, ist an einen Leib und an eine Biografie gebunden und lässt sich weder auslagern noch nachträglich einspiele …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… e Klient*in leiblich, in der Begegnung im Hier und Jetzt, zeigt. In ihr verrät der eigene Leib etwas über die andere Person: ein Ziehen im Magen, ein flacher werdender Atem.
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… Blick. Wer inne wird, spürt, was diese Zeichen nicht verraten: die Anspannung im eigenen Leib, ein Zögern, eine Schwere, die sich im Raum ausbreitet. Innewerden erfasst damit, was sic …
- Kap. 3.2 3.2 Embedded & Extended: Die Kontaktgrenze und das Feld
… ber die Zeit Spiralen. Fuchs (2023, S. 178) spricht von einer Spiraldynamik, in der beide Leiber sich wechselseitig verändern (ausführlich in Kap. 3.3).
- Kap. 3.2 3.2 Embedded & Extended: Die Kontaktgrenze und das Feld
… eins. Spürbar wird das als leibliche Atmosphäre. Was Fuchs als Gefühlskreis zwischen zwei Leibern beschreibt (vgl. Kap. 2.3), zeigt sich im Therapieraum als „dicke Luft”, „verhaltene Span …
- Kap. 3.3 3.3 Enacted: Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt
… sche Tradition ordnet menschliches Erleben einer Reihe von Grundformen zu: Selbsterleben, Leiblichkeit, Räumlichkeit, Zeitlichkeit, Intersubjektivität und Lebenswelt (Fuchs & Schmidsberger, 20 …
- Kap. 3.3 3.3 Enacted: Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt
… Worte fassen könnten oder auch würden” (Feuerbach, 2022, S. 108). In der Bewegung zweier Leiber wird unmittelbar erfahrbar, was Kap. 2.3 als implizites Beziehungswissen beschrieben hat.
- Kap. 3.3 3.3 Enacted: Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt
Leib (Kap. 3.1), Feld (Kap. 3.2) und Gegenwart (Kap. 3.3) sind drei Perspektiven auf ein und d …
- Kap. 4 4 Die ontologischen Grenzen der KI
Kapitel 2 und 3 haben bestimmt, was Begegnung ausmacht: einen Leib, der mitschwingt, eine Kontaktgrenze, an der zwei getrennte Wesen einander berühren, und …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
Der Leib (embodied und emotive) wurde in Kapitel 3.1 als zentrales diagnostisches und therapeutisc …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
Bei der KI sind Hardware und Software trennbar. Im menschlichen Leib sind Geist und Materie durch zirkuläre Kausalität miteinander verbunden (Fuchs, 2023). De …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
Ein System, das nie Hunger, Schmerz oder Müdigkeit am eigenen Leib spürt, kann menschliche Begriffe nicht wirklich verstehen. Modelle wie ChatGPT lernen, wi …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… en, zwischenleiblichen Prozessen” (Fuchs, 2023, S. 108). Verstehen entsteht zwischen zwei Leibern, nicht in einem Individuum. Genau das innere Nachbilden der Welt ist aber alles, worüber …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… g dagegen gleicht einem improvisierten Musikstück. Sie verläuft in der Zeit, schließt den Leib mit ein und entsteht in jedem Moment neu aus dem Zusammenspiel aller Beteiligten.
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
Wenn die KI nicht versteht, weil ihr der Leib fehlt, so stellt sich die Frage, warum Leiblichkeit überhaupt Bedingung des Verstehens un …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… genübertragung als Instrument. Der Gefühlskreis, in dem sich Ausdruck und Eindruck zweier Leiber fortlaufend modifizieren, bricht auf der Seite der KI ab. Dort gibt es keinen leiblichen …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… (Mensch–Mensch) versus Echobeziehung (Mensch–KI). Links der zirkuläre Gefühlskreis zweier Leiber: Ausdruck und Eindruck modifizieren sich fortlaufend, getragen von der eigenleiblichen Re …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… ftlich antwortete und seine Antworten im Saal vorgelesen wurden (Bauer, 2026, S. 80). Ihr Leib war anwesend. In der Interaktion kam er nicht vor. Dieser Befund zeigt: Wo kein Leib ist, …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… ist das Medium digital, das Gegenüber jedoch nicht: An beiden Enden der Leitung steht ein Leib, der affiziert wird und antwortet. Der Gefühlskreis ist medial vermittelt, aber er bleibt …
- Kap. 4.2 4.2 Die fehlende Kontaktgrenze: Simulation statt Begegnung
Der KI fehlt nicht nur der Leib, sondern auch der Ort, an dem Begegnung geschieht. Die Gestalttherapie hat dafür einen Be …
- Kap. 4.2 4.2 Die fehlende Kontaktgrenze: Simulation statt Begegnung
… treffender, überzeugender. Was dieser Fortschritt aber nicht hervorbringen kann, ist ein Leib oder eine Kontaktgrenze, denn beides lässt sich nicht errechnen. Die Grenze zur echten Be …
- Kap. 5 5 KI in der klinischen Realität
… isch dargelegt wurde, dass die KI strukturell an der echten Begegnung scheitert, weil ihr Leib, Ich und damit ein mögliches Du fehlen, rückt die empirisch-klinische Bestandsaufnahme in …
- Kap. 5.1 5.1 Wirksamkeit, Einsatzfelder und der Werkzeugbegriff
… könnte. Was ein Es zum Es macht, ist nicht seine Berechenbarkeit, sondern das Fehlen von Leib, Erleben und Sterblichkeit (vgl. Kap. 4.1). Ein Werkzeug, das sich nicht beherrschen läss …
- Kap. 5.1 5.1 Wirksamkeit, Einsatzfelder und der Werkzeugbegriff
… t in Worte bringen lässt. Was das ist, lässt er offen. Aus Sicht dieser Arbeit ist es der Leib: Was zwischen zwei Menschen geschieht, ereignet sich nicht nur im Gesagten, sondern im Sp …
- Kap. 5.3 5.3 Risiken und Grenzen
… ung nicht an. Gerade beim Sprechen über Traumatisches erzählen sie oft weiter, obwohl der Leib längst an der Grenze ist. Eine Therapeutin bemerkt das an der Veränderung des Atems, an e …
- Kap. 6 6 Fazit und Ausblick
… bliche Resonanz. Kapitel 3 hat gezeigt, womit, wo und wie Gestalttherapie heilt: über den Leib, über das Feld zwischen den Beteiligten und über das Hier und Jetzt. Kapitel 4 hat begrün …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
Die Antwort stützt sich auf drei Punkte. Der erste ist die Leiblichkeit. Nur ein lebendiger Organismus muss sich selbst am Leben erhalten und nur wenn die eigene …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
… st das Fundament: die primäre, leibliche Empathie, das unwillkürliche Mitschwingen zweier Leiber (Kap. 2.3, 4.1). Je perfekter die Maschine den Menschen nachahmt, desto größer ist die Tä …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
… schungsfrage beantworten. Sie lautete: Warum bleibt therapeutische Resonanz (getragen von Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dem dialogischen Zwischen) unverfügbar und damit unersetzbar? Resona …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
Wenn aber Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit, das dialogische Zwischen sich nicht herstellen lassen, dann gewinnt ein …
- Kap. 6.3 6.3 Ausblick
… iese Einsicht auf das feeling of being alive zurück (2026b), auf das Bewohnen des eigenen Leibes, aus dem alle Bedeutsamkeit entspringt. Daraus folgt für ihn eine Konsequenz, die über di …
- Kap. 6.3 6.3 Ausblick
Damit schließt sich der Bogen dieser Arbeit. Therapie braucht einen Leib, ein Feld und einen gegenwärtigen Vollzug. Heilung geschieht dort, wo zwei Menschen sich …
- Kap. 6.3 6.3 Ausblick
… ihre Kernkompetenzen besinnen, auf das, was sie immer schon ausgemacht hat: die Arbeit am Leib, am Kontakt, im Augenblick. Besinnung heißt dabei nicht Stillstand. Zum Auftrag gehört eb …
- Kap. 6.3 6.3 Ausblick
Ein Mensch, dem es um den anderen geht, ein Leib, der mitschwingt, statt nur zurückzuspiegeln, ein gemeinsamer Augenblick, der geschieht u …
- Kap. 6.3 6.3 Ausblick
„Nur wenn wir unseren Leib wirklich bewohnen, werden wir auch die Erde als bewohnbar erhalten können” (Fuchs, 2026a, …