Konzept
Resonanz
Dieser Beziehungsmodus ist durch vier Elemente bestimmt: wechselseitige Berührung (Affizierung), Einwirkung (Selbstwirksamkeit), Transformation und Unverfügbarkeit (Horn & Rosa, 2024, S. 38 und Rosa, 2024b, S. 38).
Aus dem Text der Arbeit exzerpiert · Kap. 2.2 — 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
Verwandte Konzepte
Resonanz ≠ EchoUnverfügbarkeitLeibdas ZwischenSelbstresonanz
Fundstellen im Text
- Kap. 1.1 1.1 Persönliche Motivation
… apie über die Musik. Mit anderen Menschen zu musizieren bedeutet, mit anderen Menschen in Resonanz zu sein, miteinander zu schwingen und etwas zu erschaffen, das etwas anderes als die Summ …
- Kap. 1.3 1.3 Zielsetzung
Warum und wie die Gestalttherapie uns dabei helfen kann, unsere menschliche Resonanzfähigkeit im digitalen Zeitalter achtsam zu bewahren, werden die folgenden Kapitel zeigen.
- Kap. 1.4 1.4 Forschungsfragen
Darauf aufbauend wird untersucht: (2) Warum bleibt therapeutische Resonanz, wie sie die Gestalttherapie durch Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dialogisches Zwische …
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
… oretischen Bezugsrahmen bilden dabei die Dialogphilosophie (Buber), die Soziologie (Rosas Resonanz- und Unverfügbarkeits-Theorie), die Leibphänomenologie (Merleau-Ponty, Fuchs, Waldenfels) …
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
(2) Diese Beziehung setzt zwischenleibliche Resonanz voraus.
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
In Anbetracht dessen wird Gestalttherapie als eine Methode betrachtet, die diese Resonanz durch Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dialogisches Zwischen fördert. Diese These wird i …
- Kap. 1.5 1.5 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
… stimmung des Ortes der Begegnung (Bubers Konzept des Zwischen) und seiner Merkmale (Rosas Resonanzbegriff), bevor der Begriff der Zwischenleiblichkeit unter Berücksichtigung von Merleau-Ponty und …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
… se Gedanken führt Hartmut Rosa aus einer soziologischen Perspektive weiter und beschreibt Resonanz als einen Beziehungsmodus in der Psychotherapie, eine Form der Bezogenheit, die echte Beg …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
Auf diese Berührung folgt zweitens eine Antwort. Eine Resonanzbeziehung entsteht erst dann im vollen Sinne, wenn das Subjekt nicht nur passiv berührt wird, sonde …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
Horn und Rosa (2024, S. 39–40) betonen ausdrücklich, dass Resonanz nicht als Echobeziehung zu verstehen ist, sondern als Antwortbeziehung: Ein Echo wirft di …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
… antworten. Ein Gegenüber, das stets zustimmt und nur bestätigt, stiftet eben gerade keine Resonanz, auch wenn es sich zunächst wohltuend anfühlen kann.
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
„Resonanzerfahrungen verwandeln uns und eben darin liegt die Erfahrung von Lebendigkeit. […]” (Rosa, 2024b, S. …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
Als dritte Bedingung nennt Rosa das Moment der Anverwandlung (Transformation). Jede echte Resonanzerfahrung geht mit einer vitalen, verändernden Wirkung einher: Das Subjekt wird durch die Begegnung …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
In der Psychotherapie verändert eine resonante Begegnung sowohl die Klientin als auch die Therapeutin. Es gibt keine echte Resonanz, nac …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
Das vierte und für Rosas Theorie zentralste Merkmal ist das Moment der Unverfügbarkeit. Resonanz lässt sich weder erzwingen noch verhindern: Keine Methode und kein Schritt-für-Schritt-Ra …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
… der Kontrolle. Je weniger die Therapeut*in ihn zu steuern versucht, desto eher kann sich Resonanz einstellen. Ein therapeutischer Durchbruch lässt sich weder planen noch algorithmisch her …
- Kap. 2.2 2.2 Der Raum der Begegnung: Bubers Zwischen und Rosas Resonanz
… ende Kapitel widmet, bleibt im selben Bild und gibt die Antwort: Er benennt den Leib als „Resonanzkörper für alle Gefühle” (Fuchs, 2023, S. 112). Damit rückt jene Dimension in den Mittelpunkt, d …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… t. Das Gehirn ist in diesem Bild kein Repräsentationsapparat, sondern ein Beziehungs- und Resonanzorgan, das die Interaktionen des Leibes mit seiner Umwelt vermittelt (Fuchs, 2025a).
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… ht nach Fuchs (2023, S. 107) ein übergreifendes System, das durch eine „zwischenleibliche Resonanz” gekennzeichnet ist. Über nonverbale Kanäle wie Mimik, Gestik, Blickkontakt oder Stimme t …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
Abbildung 1: Zwischenleibliche Resonanz (vgl. Fuchs, 2023, S. 112).
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… Moment wieder zum Ausdruck für die erste Person. Es entsteht ein unbewusster, zirkulärer Resonanzprozess, in dem sich Emotion und Affektion kontinuierlich, in Sekundenbruchteilen wechselseitig m …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
… ist damit stets eine KoAffektion. Der eigene Leib fungiert in der Begegnung als sensibler Resonanzboden: Therapeut*innen erkennen die affektive Not, die Anspannung oder das Zögern nicht nur kog …
- Kap. 2.3 2.3 Zwischenleiblichkeit und Intersubjektivität: Der leibliche Vollzug der Begegnung (als Kern der therapeutischen Beziehung)
„Es entsteht ein dynamisches Wechselspiel, eine zwischenleibliche Resonanz, die auch der Empathie mit dem anderen zugrunde liegt.” (Fuchs, 2023, S. 111)
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… . Indem sie ihre leibliche Präsenz kalibriert, tritt sie mit dem Erleben der Klient*in in Resonanz. Dieser Resonanzvorgang im Sinne von Fuchs’ primärer Empathie (vgl. Kap. 2.3) ist zutiefs …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… us Kapitel 2.3 in ihrer therapeutischen Anwendung: ein leiblich getragenes, präreflexives Resonanzgeschehen (Fuchs & Schmidsberger, 2024, S. 114). Damit ist der emotive Bezug dieses Kapitels benann …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… nd die Therapeut*in wird zum Seismographen des Feldes (die klinische Anwendung von Fuchs’ Resonanzkörper, vgl. Kap. 2.3). Sie benennt die Wahrnehmungsparameter konkret: minimale Änderungen von A …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
Diese Resonanzfähigkeit setzt Verletzlichkeit voraus: Nur eine Therapeut*in, die sich selbst berühren lässt und s …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… as zur eigenen Geschichte gehört und in Supervision oder Eigentherapie zu klären ist) und Resonanz mit der Klient*in, dem, was das Gegenüber im Hier und Jetzt hervorruft. Wie das praktisch …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
Spagnuolo Lobb integriert die Schulung dieser Resonanzfähigkeit strukturell in die Ausbildung: Ästhetisches relationales Wissen (aesthetic relational kno …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… ehrtherapeut*innen, und zwar gerade in den leiblich-relationalen Kompetenzen wie Präsenz, Resonanzfähigkeit und der Awareness für leibliche Prozesse, die dieses Kapitel beschreibt (Grillmeier-Rehde …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
… leibliches Mitschwingen verstehen: Gegenübertragung im weiteren Sinne ist eine leibliche Resonanz der Therapeutin auf die Klientin (Wegscheider, 2020, S. 102; vgl. Kap. 2.3). Die leiblich …
- Kap. 3.1 3.1 Embodied & Emotive: Awareness und leibliche Selbstresonanz
Damit schließt sich der Kreis zu Rosas Unverfügbarkeit (Kap. 2.2). Was dort für die Resonanz galt, gilt hier für die Heilung: Sie lässt sich nicht herstellen, nur ermöglichen. Der th …
- Kap. 3.2 3.2 Embedded & Extended: Die Kontaktgrenze und das Feld
… , und von einer Person, die ihrerseits antwortet. Fuchs (2023, S. 117) nennt das eine den Resonanzraum, das andere die Responsivität.
- Kap. 3.2 3.2 Embedded & Extended: Die Kontaktgrenze und das Feld
Der Resonanzraum ist eine Umgebung, die auf die Äußerungen der Person antwortet und für ihre Möglichkeiten …
- Kap. 3.2 3.2 Embedded & Extended: Die Kontaktgrenze und das Feld
… ht erst, wo beides zusammenkommt. Damit findet die in Kap. 2.2 entwickelte Unterscheidung Resonanz ≠ Echo ihr phänomenologisches Pendant. Auch der Konsens bestätigt das: Dialogisches Arbei …
- Kap. 3.3 3.3 Enacted: Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt
… Experiment beschämen oder die Beziehung verletzen kann (Fogarty et al., 2016, S. 40). Die Resonanz zwischen Therapeut*in und Klient*in ist dabei das Instrument, an dem sich das Experiment …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… Zwischenleiblichkeit (vgl. Kap. 2.3) prinzipiell unmöglich, und damit auch jene leibliche Resonanz zweier Leiber, die echte Empathie voraussetzt.
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… auf der Seite der KI ab. Dort gibt es keinen leiblichen Eindruck und keine eigenleibliche Resonanz (Fuchs, 2023, S. 112). Der Mensch produziert Ausdruck, die KI nur Output. Der Kreis bleib …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… sich die Frage, was sie eigentlich produziert, wenn sie zu antworten scheint. Rosas vier Resonanzkriterien (Affizierung, Antwort, Transformation, Unverfügbarkeit) verlangen ein schwingungsfähiges, …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
Abbildung 3: Zwischenleibliche Resonanz (Mensch–Mensch) versus Echobeziehung (Mensch–KI). Links der zirkuläre Gefühlskreis zweier …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… Illusion” (Ovsyannikova et al., 2025) entsteht, wenn emotionale Erkennung mit emotionaler Resonanz verwechselt wird. Dritte bewerten KI-Antworten sogar als mitfühlender als die von Fachleu …
- Kap. 4.1 4.1 Die fehlende Leiblichkeit: Echo statt Resonanz
… 99), da die feinen leiblichen Rückmeldungen „digital schwerer zugänglich” (S. 96) seien. Resonanz könne nicht mehr von selbst entstehen, aber der Austausch zwischen zwei Subjekten ist noc …
- Kap. 4.2 4.2 Die fehlende Kontaktgrenze: Simulation statt Begegnung
… hne selbst in ihr zu leben (Fuchs, 2023, S. 118). Damit fehlt ihr zugleich, was Fuchs den Resonanzraum nennt: eine Umgebung, die auf die Äußerungen der Person in fortlaufender, leiblicher Rück …
- Kap. 4.2 4.2 Die fehlende Kontaktgrenze: Simulation statt Begegnung
… tet das Bild der Echo die bereits in Kapitel 2.2 dargelegte Prämisse Hartmut Rosas: Wahre Resonanz ist niemals nur ein Echo.
- Kap. 4.2 4.2 Die fehlende Kontaktgrenze: Simulation statt Begegnung
… t Heilung darauf, dass die Person wieder eine antwortende Welt sucht und gestaltet, einen Resonanzraum, in dem sie sich als wirksam erfährt (Fuchs, 2023, S. 117–118; vgl. Kap. 3.2). Ein Gegenü …
- Kap. 5.2 5.2 Therapeutische Allianz und Empathie in der Mensch-KI-Interaktion
… I-Verbindung dünn, fragil und ohne leibliche Verankerung: ein Echo ohne zwischenleibliche Resonanz.
- Kap. 5.2 5.2 Therapeutische Allianz und Empathie in der Mensch-KI-Interaktion
… ort auf ihre eigene Projektion (vgl. digitaler Animismus, Kap. 4.2). In den Begriffen der Resonanztheorie ist das ein Echo und keine Resonanz: eine Rückmeldung, die die eigene Stimme verstärkt, o …
- Kap. 5.2 5.2 Therapeutische Allianz und Empathie in der Mensch-KI-Interaktion
Resonanz setzt ein zweites leibliches Subjekt voraus, eines, das antworten und auch widersprechen …
- Kap. 6 6 Fazit und Ausblick
… n Wirkfaktor ausgewiesen und ihre Struktur bestimmt: eine unverfügbare, zwischenleibliche Resonanz. Kapitel 3 hat gezeigt, womit, wo und wie Gestalttherapie heilt: über den Leib, über das …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
Resonanz ist etwas anderes als ein Echo (Rosa, Kap. 2.2). KI wirft den Ausdruck der Klient*in zurü …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
… sst sich die zweite Forschungsfrage beantworten. Sie lautete: Warum bleibt therapeutische Resonanz (getragen von Leiblichkeit, Gegenwärtigkeit und dem dialogischen Zwischen) unverfügbar un …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
… eiten. Therapeut*innen entwickeln in ihrer Ausbildung die reflektierte, leiblich gespürte Resonanzfähigkeit über Awareness und Selbstresonanz an der eigenen Person. Und in der Therapie selbst geht …
- Kap. 6.1 6.1 Interpretation der Ergebnisse
… ensetzt, sondern weil sie kultiviert, was die Technik nicht hervorbringen kann: leibliche Resonanz, gegenwärtigen Kontakt, gewahrte Differenz. Je mehr die Maschine das Verfügbare übernimmt …
- Kap. 6.2 6.2 Handlungsempfehlungen
… t al., 2022; Spagnuolo Lobb et al., 2023; vgl. Kap. 3.1). Leibliche Selbstwahrnehmung und Resonanz sind systematisch übbar und damit lehrbar. Lehrbar allerdings nur in gelebter Praxis.
- Kap. 6.3 6.3 Ausblick
Weiter betrifft es die Unterscheidung von Echo und Resonanz (Kap. 2.2, 4.2). Bislang ist sie phänomenologisch begründet. Ob sie sich auch messen läss …